FEED ME MYTHS

Ludwig Dressler Silvia Gardini Sara Mayoral Julia Walk Sandra Zech

30. September bis 24. Oktober 2026

Eröffnung

Dienstag, 29. September 2026 , 19 Uhr

Mythen sind nicht das Gegenteil von Realität, sondern Teil davon, wie Realität strukturiert wird. Als Erzählungen prägen und verfestigen sie unsere Wahrnehmung: Vorstellungen von Körpern und Rollen, von Systemen und davon, wie sich Macht verteilt. Sie bestimmen, was als natürlich gilt, was möglich erscheint und was unsichtbar bleibt.

Die Arbeiten dieser Ausstellung setzen sich mit solchen Konstruktionen auseinander. Sie untersuchen, wie Bilder, Materialien, Gesten und Technologien an der Entstehung von Bedeutung mitwirken. Aus Wiederholung wird Überzeugung, aus Überzeugung wird Struktur. Mythen erscheinen hier nicht als Relikte vergangener Zeiten, sondern als wirksame Systeme. Sie sind eingeschrieben in Sprache, in soziale Codes, in visuellen Ordnungen, bis hinein in die kleinsten Gesten des Alltags.

Mythen zu nähren bedeutet auch, sie zu enthüllen, ihre Grenzen zu erproben, ihre Logik zu verbiegen, sie unter Druck in Bewegung geraten zu lassen. In diesem Feld wird der Mythos zu einem Ort der Aushandlung statt der Gewissheit: ein Raum, in dem Macht nicht nur repräsentiert, sondern kontinuierlich neu geschrieben wird.

Ein großes Ohr mit einem Mund im Inneren wird von der pinken Graffiti-Schrift „FEED ME MYTHS“ überlagert.

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